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In unserem Blog informieren wir über Aktivitäten, Veranstaltungen und Neuheiten.
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One Man`s ALPINE Awakening
petrolicious productions

What would it take for you to follow a dream?

Impossibly small, light, fast, and loud, Alpine sports cars have excelled at just about every form of motorsport they were entered in, but especially rally, and hillclimb competition. The cars are unlike anything else—and are just the thing to inspire a man to restore them…many of them.

“Sometimes, when stepping into my garage, and looking at my cars, I am surprised that it is already 30 years and the Alpine hasn’t worn out yet,” says Jürgen Clauss, founder of alpineLAB, a German shop that specializes in these small French sports cars.

“I still like to look, drive, and work on these cars every day,” he says, “To me, it was always unique, always something special; you even had to have certain ergonomic prerequisites to drive an Alpine.”

Dedicated to getting the details right during preservation and restoration, Clauss says that he sees something special in each component of classic cars, but especially an Alpine. “To me, each and every part is a sculpture on its own,” he says. “You just have to open your eyes and see the beauty of those parts (and) to be passionate about this hobby, even without a finished car.”

What started as a hobby and collection based around street versions of the Renault-powered Alpine A110, Clauss now focuses on the race cars. It’s been a long, 30-year relationship with the marque, which invariably led to him being somewhat poetic when explaining his passion.

“Owning an Alpine is quite like a relationship with a beautiful woman: Somedays, it’s exhausting, but in the end, it’s all about maintaining the passion, highlighting her beauty, and loving her.”

We couldn’t agree more. You can visit Jürgen’s website at alpinelab.de (http://www.alpinelab.de)

Drive Tastefully®
 

Weitere Informationen: https://www.youtube.com/watch?v=e9F1YDjkJys
PETROLICIOUS PRODUCTIONS - VIER RÄDER, ZWEI SITZE UND KEINE KOMPROMISSE
"best day at work ever" - ein Erlebnisbericht von David Zu Elfe

Wann ist es genug? Wann ist es Zeit aufzuhören? Wann ist es perfekt? Wann kann man etwas als wahrhaftig rein bezeichnen?

Den Punkt, an dem man erkennen muss, dass man es zu weit getrieben hat, ist leider um ein Vielfaches einfacher zu erkennen als die Grenze, die man blindlinks auf der Suche nach Perfektion überschritt.

Meine motorisierte Historie ist kurz, dafür gleichermaßen von Überheblichkeit wie auch Leidenschaft geprägt. Mein erstes
eigenes Automobil mochte zwar eine ursprünglich für Wolfsburg gedachte Konstruktion sein, das prestigeträchtige
Zuffenhausener Wappen trug er dennoch auf der Schnauze. Trug. Hat mich ja auch nur präzise drei Wochen gekostet ihn in
ein Stück teures Altmetall zu verwandeln; definitiv keiner meiner Glanzmomente.

Sprung in die Gegenwart: Ich bin immernoch mittelschwer verantwortungslos, aber inzwischen bei meinem dritten
Hausfrauenporsche angekommen. Der ist jetzt wenigstens schwarz. Außerdem bin ich nun in der Lage, größere Reparaturen
am Fahrzeug endlich selbst durchzuführen. Zum großen Teil hat mich diese Tatsache wohl im ziemlich wörtlichen Sinne an die Marke geschweißt. Ich fahre einen Porsche Golf 100, und bin stolz drauf, jeder der mal mitgefahren ist versteht, dass das
Wappen schlicht keinen Einfluss auf den Fahrspaß hat. Und der ist groß.

Groß. Das wird heute wohl in einem anderen Maßstab wahrgenommen. Ein neuer Mini wird mit seinem Urahn auf dem Dach
beworben. Entweder schert es keinen, oder die Ironie eines solchen Bildes kommt beim Autofahrer von heute tatsächlich
nicht mehr an. Während der neue Mini bremst, fahre ich gemütlich durch die Lücke zwischen parkenden Autos und dem x-ten Skoda Octavia in weiß. Und ich fühle mich großartig klein.
Es weht ein harscher Wind. Ohne meine orangene Basecap, die ich lässig umgekehrt auf meinen mittlerweile viel zu langen,
zerzausten Haaren platziert habe, ist an Arbeiten nicht zu denken. Die Produktion dauert bereits gute 14 Stunden, es geht um die letzten Aufnahmen, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Die Sonne berührt bereits den Horizont, und der Charme des flachen Lichtes betont die wundervollen 1.14m, die sich auch stehend rasend schnell vor mir auf vier Räder verteilen.
Ich stehe vor einer perfekten Alpine A110 Safari, einer von fünf jemals ab Werk ausgelieferten und der einzigen, die von privat geordert wurde. Nicht, dass mich die Erkenntnis nicht schon vorher erreicht hätte, aber die geduckte Karosse, die golden schimmernden Gotti-Felgen und die genieteten Kotflügel bestärken sie nur noch: Ich habe das falsche Auto.
Objektiv. Außenstehend. Beides Adjektive, deren Verwendung in einem Bericht über eine A110 keine Berechtigung haben.
Denn abgesehen davon, dass eine Alpine schlicht nicht groß genug ist, um ‚außenstehend‘ überhaupt zu ermöglichen, ist die französische Art keine, die man nach deutschen Maßstäben überhaupt zu beschreiben versuchen sollte.
Man fährt die Alpine nicht, um etwas zu transportieren. Man fährt sie nicht, um anzukommen. Man fährt sie nicht einmal, um
geradeaus zu fahren. Man fährt sie nicht. Sie fährt.

Ich spüre meinen Puls steigen. Ein bekannter Moment, wenn die Beschleunigung einsetzt. Ein unbekannter Moment, wenn
die Querbeschleunigung einsetzt. Die Alpine reißt meine Masse in die Wangen des Beifahrersitzes, bevor wir auf allen vieren
zu rutschen beginnen. Ein kurzer Gasschub und wir hechten auf die nächste Kurve zu. Und durchfahren sie, ohne erneut
anzubremsen. Dieses Mal halten die Michelins dem Druck stand. Ich nicht, mein Grinsen steht mir bis zum Hals. Die Wucht,
die 130PS bei über 7.000 Umdrehungen auf 700kg auswirken können, hat mich voll erwischt. Der Hexer trug seinen Namen
zu Recht. Was Amédée Gordini aus mageren 1.300cc herausgeholt hat, deute ich als Kampfansage an den Teufel persönlich.
Schwarze Magie, die sich als Mischung aus brennenden Sinfonien und qualmendem Kautschuk manifestiert. Ein Hexer hat
seine Zauber, er braucht keine Rüstung. Also keine Dämpfer, nur ein Flammrohr.
Lauscht man nun dem brachialen Schreien der vorbeiziehenden Nummer #8 sollte einem zwangsläufig klar werden, welche
Brutalität dieses französische Monster entwickeln muss, wenn schon die mageren Reste ihrer Maschine meilenweit zu hören
sind…
Als ich am frühen Morgen mein Equipment aus unserem Produktionsmobil in mein eigens Fahrzeug lade, fühle ich mich wie
der Besitzer einer Großraumlimousine. Ich vermisse die Französin.
Der Geruch von Treibstoff, der Druck des Sitzes in der Kurve, die reine Eleganz ihrer Karosse und das Gefühl von Freiheit und Enge zugleich. Die Alpine ist nicht makellos, im Gegenteil, sie hat viele Fehler. Aber genau diese Fehler sind es, die sie so unwiderstehlich machen.

Die Sehnsucht nach Horror und Grausamkeit, während die vergehende Sonne die wundervollsten Zeichnungen auf
ihren Rundungen kreiert. Das lustvolle Spiel mit dem lodernden und knisternden, barmherzig wärmenden Feuer in
dunkelster Nacht ist nahezu göttlich schön.

Unsere französischen Freunde haben aber bereits eine Göttin.
Die Alpine ist der Teufel. Und der Teufel schließt keine Kompromisse.
 

Weitere Informationen: http://www.petrolicious.com/up-close-and-personal-with-the-devil-s-finest
Restauration update - Alpine A108 Berlinette Vol. I
Verpflichtung zur Originalität

Der Classic Car Sektor erlebte in den vergangenen Jahren eine wahre Renaissance. Fast jeder namhafte Automobilhersteller erinnert sich seiner automobilen Historie und nutzt seine Klassiker aus vergangenen Zeiten zum Beispiel in Werbeclip`s für Neufahrzeuge, welche im trendigen Retro-Look designed, am Markt lanchiert und bei der Kundschaft reisenden Absatz finden.

Zweifellos, Classic Cars sind "en vogue" und in erster Linie profitiert hiervon der Markt für klassische Automobile selbst.
Die Preise für prestigeträchtige Klassiker schiessen in die Höhe, die Werte für einige nahmhafte Fahrzeuge verdoppelten sich gar binnen Jahresfrist und erreichen teilweise astronomische Höhen.
Blickt man für denselben Zeitraum auf die Entwicklung der Fahrzeuge vom Typ Alpine A110, ist kaum etwas von diesem Trend spürbar. Stagnation aller Orten - viele Fahrzeuge stehen wie Sauerbier monate- oder gar jahrelang im Netz, ohne dass sich ein Käufer finden lässt. Fahrzeuge in Originalkonfiguration hingegen scheinen begehrt und finden, sofern sie denn überhaupt inseriert werden, meist rasch und ohne monatelanges Siechtum im Web einen neuen Liebhaber.

Der Grund für diese eher negativen Entwicklung ist aus unserer Sicht hingegen schnell gefunden. Achtet man bei Klassikern im oberen Preissegment tunlichst auf absolute Originalität im Detail, scheint in der Alpine Szene alles erlaubt zu sein. Modifikationen aller Orten sind meist an der Tagesordung und kaum ein Fahrzeug gleicht dem anderen. Am Zeitgeist vorbei, "customized" durch die Hände des jeweiligen Besitzers, warten diese Preziosen oft lange Zeit vergeblich auf einen neuen Besitzer.
Warum gerade die Berlinette zu einem Spielball von solch extremen Umgestaltungsmaßnahmen wurde und hierdurch Mutanten in teilweise erschreckenster Dimension entstanden, ist von unserer Seite kaum nachvollziehbar. Fakt ist jedoch zweifellos, dass dieser Umstand allein maßgeblich dafür verantwortlich gemacht werden muss, dass die Berlinette im Ansehen, Renomè und auch in Punkto Wertentwicklung im Segment prestigeträchtiger Klassiker zurückbleibt. Die wenigen im Originalzustand verbliebenen Fahrzeuge werden fälschlicherweise in Sippenhaft genommen, was zudem mit Kratzern, Beulen und Dellen am Image und Renomè der Marke Alpine einhergeht - leider!

Diese unbefriedigende Entwicklung muss jedoch nicht zwingend in dieser Stadium verharren, denn die Alpine A110 bietet nach unserer Ansicht grundsätzlich bereits ab Werk ein Höchstmaß an Sportlichkeit, Schönheit und purer Eleganz, welche jegliche Form von Veränderung oder vermeintlicher Verbesserung unnötig und überflüssig erscheinen lässt. Zudem verbirgt sich hinter der Marke Alpine, eine beeindruckende und erfolgreiche Motorsport-Historie, welche ebenfalls leider und oft allzu wenig Berücksichtigung und Anerkennung findet.

Die Rückkehr zu einer originalgetreuen Restauration und zur Achtung baujahrbedingter Fahrzeugdetails, sollte den wahren Glanz der Marke Alpine jedoch zurückkehren lassen und die Fahrzeuge selbst in jenem Licht erscheinen lassen, welches ihnen gebührt.
Es scheint, dass immer mehr Fahrzeugbesitzer diesen Trend erkennen, aufnehmen und dieser Entwicklung Rechnung tragen. So haben auch Arnold & Christian Pilz aus Aachen, sich eben einer solchen aufwändigen, aber originalgetreuen Restauration an Ihrer Alpine A108 Berlinette verschrieben. Sehr gerne veröffentlichen wir ein erstes update Ihrer beeindruckenden Restaurationsarbeiten, zu welchen wir Herrn Dr. Pilz nur gratulieren können:

In der Weiterentwicklung der auf Renault 4CV bzw. Dauphine-Plattformen basierenden Alpine-Modelle A106 und A108 Coupe/Coupe-Sport stellt die A108 Berlinette mit ihrem Zentralrohrrahmen und in Ausführung der Karosserieform Berlinette einen großen Schritt in Richtung A110 dar. Hauptunterschied ist die verwendete Dauphine 1093-Technik im Vergleich zur R8-Technik bei der Berlinette A110.

In einigen Details der A110 also schon ähnlich, in vielerlei Hinsicht allerdings speziell, bedeutet die Berlinette A108 sozusagen die Vorstufe zur Berlinette A110.
Besonderes Augenmerk wird auf die Originalität sowie bei nicht vorhandenen Teilen auf authentische Rekonstruktion gelegt. Als Fragment der meisten ihrer Anbauteile beraubt, stellt sich eine solche Restaurierung mit Schwerpunkt auf Originalität als zeitaufwendige Aufgabe dar.

Da die Restaurierung nun dem Ende entgegensieht, sollen einige Details die Ähnlichkeiten zur A110 und Besonderheiten dieser frühen Berlinette veranschaulichen. Über den Abschluss der Arbeiten werden wir zu einem späteren Zeitpunkt berichten.







 
Einfassung der Dreiecksfenster mit umlaufendem Chromrahmen wie bei den ersten A110-Versionen
komplette Neuanfertigung der Fenster- und Türeinfassungen sowie Seitenscheiben
nach endlosen Stunden Karosseriearbeiten - Neulackierung der Karosserie
spezielles Detail: die B-Säule ist anders als bei der A110 nicht einlaminiert sondern geschraubt und besteht aus insgesamt 5 Profilen
aufwendige Karosseriearbeiten zur Rekonstruktion des Ursprungszustands; insbesondere Wiederherstellung verlorengegangener Karosseriedetails und Lichtkanten
15-Zoll-Felgen mit Zentralverschlussradkappen; ähnlich, jedoch mit anderem Radius als bei der A110 sind die vordere Stoßstangenecken
Als Sonderausstattung ab Werk bestellbar: S.E.V. Marchal „Fantastic“ 660 Nebelscheinwerfer, Lackierung in Originalfarbton Renault 412
Merkmal der A108: Wassereinfüllstutzen in der breiten C-Säule
Armaturenbrett ähnlich den ersten A110-Modellen, rares Nardi-Holzlenkrad „Artés“
schon in der A108: typische „Berlinette“-Sitzposition
„Kleiner“ Gordini-Motor mit spezieller Nockenwelle, Ventil-Doppelfedern, Originalvergaser und seltenem Alpine-Aluventildeckel, Hubraum 904 ccm
Restauration update 2005HS76 Vol. II
Detailarbeit ohne Worte
 
"MULET" - Werksalpine 33 Jahre verschollen
Ehemaliger Trainingswagen findet neuen Besitzer
Bereits in 2009 berichtete das französische Alpine-Magazin "Mille Miles" über einen spektakulären Scheunenfund. Eine ehemalige Werksalpine verbrachte unglaubliche 33 Jahre versteckt in einer Garage, bevor sie dort wiederentdeckt wurde. Ungeschützt den Witterungseinflüssen ausgesetzt und völlig verdreckt kauerte sie jahrzentelang neben anderen klassischen Fahrzeugen, umgeben von Schmutz und Unrat in der Ecke eines Abstellraumes.
Kaum hatte man den Anblick dieser verwahrlosten Berlinette verdaut, wurde das Fahrzeug in diversen Medien zum Verkauf angeboten. Keine Frage, der Preis für ein Stück Alpine-Geschichte war ambitioniert in Relation zum Zustand des Fahrzeuges und am oberen Ende der Richterskala angesiedelt. Zudem erwiesen sich die Verhandlungen mit dem damaligen Besitzer als äußerst schwierig und kompliziert, wie auch wir erfahren durften.
So sollte es dann auch mehrere Jahre dauern, bis ein neuer Besitzer für diese besondere Berlinette gefunden wurde. 2013 war es dann soweit und ein neuer Eigentümer, welcher die Historie und die Besonderheiten dieser Fahrzeuge zu schätzen wusste, erwarb diese geschichtsträchtige Berlinette - hunderte Stunden Restaurationsarbeit inclusive.

Viele dachten, die zierliche Alpine könnte niemals die Strapazen einer Rallye vom Schlage einer "Maroc" oder "Safari" bestehen. Nichtsdestotrotz wurden zwischen März-April 1973 in der Werkswagenabteilung Thiron-Gardais 8 Trainingsfahrzeuge, so genannte "Mulet" für die Teilnahme an der Rallye WM 1973 gefertigt. Hierbei handelte es sich um 5 "Mulet terre" sowie 3 vom Type "Mulet mixte". Die Version "Terre" war ausgestattet mit einer schweren und stabileren Karosserie Type "Lourdes" und vornehmlich für schwere Rallyes gedacht. Die Version "mixtes" hatten eine leichte Karosserie und waren für Asphaltrallies wie die Tour de Corse oder die Rallye San Remo gefertigt.

Bei dem hier vorgestellten Fahrzeug handelt es sich um eine Version "Terre", welches der Normanne Jean Luc Thériér als Trainingsfahrzeug benutzte. Unterscheiden musste man zudem zwischen einem echten Werkswagen, einer "voiture usine" und einem "Mulet".
Ein "Mulet" zeigt sich in 1973 grundsätzlich nahezu identisch wie ein Werkswagen, franz. "voiture de course". Zentraltank, leichte Karosserie und ein kurzes Getriebe hatten zumeist beide Versionen, lediglich kleine, kaum sichtbare Merkmale machten den Unterschied. Die Werkswagen in 1973 wurden immer durch einen von Marc Mignotet präparierten 1796ccm Motor befeuert, welche auf dem Zylinderkopf die Initialen "MS" oder "MM" samt Seriennummer trug. Die Trainingsfahrzeuge, besagte "Mulet", hatten als Antriebsaggregat den Serienmotor der A110 1600S oder als Option die Version "GS" verbaut.

Die 3697HK76 verlies das Werk im April 1973 mit schmaler Karosserie auf 6" Rädern rollend um nur kurze Zeit später an das Team "ASEPTOGYL", welches von Bob Neyret und Jacques Terramorsi gegründet wurde, verliehen zu werden. Ausgewählt nach fahrerischem Können und Schönheit der Besatzung nahm das Damenteam Höpfner/Vanoni erstmalig die Rallye du Maroc 1973 unter die Räder.
Nachfolgend griff Jean Luc Thériér ins Volant dieser Berlinette und bestritt in 1974 die Tour de Corse, die Rallye de Dieppe als auch die Tour de France, bevor sie Ende 1974 wieder zu Marianne Höpfner zurückkehren sollte. Im Werk wurde sie sodann auf Gr. 4 Standard umgebaut, was in erster Linie durch die aufgenieteten Kotflügel vom Typ "ailes bulles" sichtbar wurde.
Nach dem upgrade durch das Werk nahm Bob Neyret das Fahrzeug in sein neu gegründetes Team "Cote d´Ivoire" auf, welches sich der Teilnahme an Rallyes in Afrika verschrieben hatte. Das afrikanische Team Choteau/Brouns bestritt in 1973 mit der 3697HK76 die Bandama Rallye als auch die Rallye du Maroc. Die Besatzung Chasseuil/Rouget führten diese Berlinette bei der Press on Regardless in Amerika auf einen 5. Gesamtrang.
Die handschriftlichen Aufzeichnungen des Archives von Gilbert Harivel geben zudem Auskunft darüber, dass Jean Pierre Nicolas es war, welcher das Fahrzeug 1975 bei einem km-Stand von 44.000km in seinen Privatbesitz übernahm.

Nicht unerwähnt sollte die Tatsache bleiben, dass das Fahrzeug bis zum heutigen Tage mit seinem Kennzeichen 3697HK76 auf das Alpine-Werk eingeschrieben blieb.

2015 wurde das Fahrzeug von seinem neuen Besitzer und Liebhaber der Marke Alpine, Yves Mendegris, einer umfassenden Restauration zugeführt. Mit den Restaurationsarbeiten von Chassis und Karosserie wurde der in Fachkreisen geschätze Dominique Frossard (Perigord Moulages) betraut.

Yves Mendegris war gerne bereit, seine Passion Alpine mit uns zu teilen und präsentiert in Kürze sich und seine Berlinette unter unserer Rubrik "friends".






 
Nahezu ungeschützt und lieblos eingelagert, überdauerte diese ehemalige Werksalpine 33 Jahre in einem Schuppen.
Das Interieur hat merklich gelitten, jedoch befinden sich nahezu alle Anbauteile an Ihrem Platz. Selbst das ultra rare MOMO Lenkrad blieb dem Fahrzeug erhalten.
Genietete Kotflügel vom Typ "ailes bulles" lassen das Kennerherz höher schlagen.
Fast scheint es, als ob sie gerade eine Etappe der materialmordenden Marokko Rallye bestritten und zum Service beordert wurde. Das noch original vorhandene Kennzeichen 3697HK76 belegt unmissverständlich die Historie dieser speziellen Berlinette.
Ein Foto sagt mehr als tausend Worte. Viele Bohrungen, Öffnungen und Löcher kommen beim Zerlegen das Fahrzeuges zum Vorschein - jede noch so kleine Bohrung hütet ein kleines Geheimnis ihres ehemaligen Verwendungszwecks. Der noch original verbaute Mignotet Motor spricht für sich selbst.
Die Restauration ist in vollem Gange und der komplette Anstriebsstrang wurde bereits entfernt. Typisch für die Motoren der Werkswagen sind die aus Stahlblech gefertigen, vom R12 Gordini stammenden und für die A110 adaptierten Ventildeckel samt Citroen 2CV Öleinfüllstutzen.
Marc Mignotet präparierte die Motoren für die Wettbewerbsfahrzeuge sowohl für die "Mulet`s" als auch für die "voiture usine" und hinterlies stets sein Kennzeichen samt fortlaufender Nummer auf dem Zylinderkopf. In diesem Falle "M35", was für einen Serienmotor mit 1.596ccm Hubraum vom TYP 1600GS steht.
Typisch für Wettbewerbsfahrzeuge war der 80 Liter Tank hinter den Sitzen und der dadurch notwendige Zugang zum Einfüllstutzen hinter der Beifahrertüre. Der spezielle Tankverschluß der Marke "Lebozec" stammt aus dem ehemaligen französichen Helikopter "Alouette" und fand auch in der Alpine A110 seine Verwendung.
Unerlässlich für eine Restauration auf hohem Niveau ist die Trennung der Karosserie vom Chassis und die Entfernung desselben zur Wiederaufbereitung.
Die Strapazen zweier Marokko Rallyes und unzähliger Trainingseinheiten auf mörderischem Terrain sind nahezu unsichtbar verschwunden. Gebrochenes und über 40 Jahre altes Fiberglas lassen meist nur eine Alternative zu - die großflächige Ersetzung zerstörter Sektionen durch neue Karosserieelemente.
Nicht einmal eine handvoll Restaurationsbetriebe in Frankreich sind in der Lage, die Restauration einer Werksalpine auf hohem Niveau, detailgetreu und authentisch umzusetzen. Die Firma Perigord Moulages um Dominique Frossard in Tremolat / Frankreich ist bekannt für Ihre ausgezeichnete Qualität und um Ihr Wissen um Details.
Dominique Frossard hat gute Arbeit geleistet - das Karosseriekleid der 3697HK76 ist wieder hergestellt und erstrahlt in neuem Glanz. Jedoch, dies ist nur ein Mosaikstein im Gesamtbild dieser Restauration. Auf den neuen Besitzer wartet noch sehr viel Arbeit, welche er sicher in Anbetracht der Vorfreude auf dieses geschichtsträchtige Fahrzeug hochmotiviert und mit Freude in Angriff nehmen wird. Wir werden über den weiteren Fortgang der Restaurationsarbeiten zu gegebener Zeit berichten.