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In unserem Blog informieren wir über Aktivitäten, Veranstaltungen und Neuheiten.
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„Quo Vadis“ - Alpine Restauration
Fluch oder Segen?

Ob auf knochenharten und mörderischen Schotterpisten vom Schlage einer Akropolis oder Marokko Rallye – als auch auf eisglatten, verschneiten Straßen einer Rallye Monte Carlo oder Schweden Rallye. Eine Alpine A110 im Wettbewerbseinsatz wurde Anfang der 70er Jahre stets hart rangenommen – die Fahrzeuge mussten im Rahmen der Rallye Weltmeisterschaft einiges wegstecken. Noch heute fragt sich der passionierte Liebhaber der Marke, wie dieses fast zierlich anmutende Fahrzeug diese Strapazen mehr oder minder unbeschadet überstehen konnte? Die Antwort auf diese Frage gestaltet sich einleuchtend wie simpel zugleich - unbeschadet kam nahezu keines dieser damaligen Einsatzfahrzeuge davon. Zudem überdauerten nur wenige Exemplare in restaurationswürdigem Zustand die Metamorphosen der späten siebziger und achtziger Jahre.

Einfach hatten es die Mechaniker zum damaligen Zeitpunkt sicher nicht, die Fahrzeuge mit der zweifellos unterdimensionierten Technik - ursprünglich abstammend vom R8 bzw. R16 - im Rallyebetrieb einsatzbereit zu halten und standfest zu präparieren. Unzählige Fotos aus der damaligen Zeit belegen, dass es an der Tagesordnung war bei Bedarf auf der grünen Wiese beispielsweise ein Getriebe zu wechseln oder in Rekordzeit eine Zylinderkopfdichtung zu tauschen – bei heißem Motor versteht sich. Passion für die Marke und das Produkt und volle manpower samt genialer Improvisationskunst waren schon damals Grundvoraussetzung für jeden Einzelnen der „Equipe Trikolore", um die Alpine A110 im Renn- und Rallyesport erfolgreich werden zu lassen.

Heute, fast auf den Tag genau 40 Jahre nach dem Gewinn der Rallye Weltmeisterschaft 1973 stellt es fast ein kleines Wunder dar, eine solche Ex-Werks-Berlinette überhaupt zu finden. Wendet man sich der Restauration eines solchen Fahrzeuges zu, warten ähnliche Herausforderungen wie einst bei den Monteuren von "Service Course". Die Spuren der glorreichen Zeit für Alpine Renault, welche die harten Rallye Einsätze am Fahrzeug hinterlassen hatten, wähnte man längst vergessen, von späteren Lackschichten verdeckt und unkenntlich gemacht. Doch je mehr man sich dem Relikt dieser Zeit zuwendet treten sie zu Tage – Spuren und Fragmente welche an die Hochzeit der „le bleus“ erinnern.

Bei all der Träumerei über die "gute alte Zeit", wird man schnell zurückgeholt in die harte Realität einer Alpine Restauration. Faszination, Leidenschaft, Geduld, Detailwissen, Hartnäckigkeit und eine gehörige Portion Leidensfähigkeit sind Grundvoraussetzung, eine „artgerechte“ und originalgetreue Restauration zu einem erfolgreichen Ende zu führen.

Nachstehende Fotoserie vermittelt einen kleinen Eindruck davon, welchen Herausforderungen Mann sich stellt, sollte man sich der Restauration einer französischen Rallye Legende zuwenden.
 
barn find in hungary 2008 - A110 1800 ex-works 9846HL76
1000 Minuten Rallye 1970
österreichisches Alpine-Team Georg Koltay & Peter Geyer

Jean Vinatier führte 1968 diese 1300S Werksalpine zum Sieg bei der Rallye Vltava (CS). Der österreichische Alpine Semi-Werksfahrer Walter Roser übernahm die ehemalige 4712GE76 von Vinatier und errang in 1969 etliche Erfolge mit selbiger Berlinette. Als Roser dann in 1970 auf A110 1600S wechselte, wurde der Fahrersitz frei für einen weiteren Österreicher - Georg Koltay. Er bestritt 1970 u.a. die Rallye der 1000 Minuten, welche er aufgrund eines technischen Defekts nicht beenden sollte.
 

Weitere Informationen: Technisches Museum Wien
Amédée Gordini – a true racing legend
"Der Zauberer"

Amédée Gordini, am 23. Juni 1899 in der Nähe von Bologna (Italien) geboren, absolvierte in seiner Jugend eine Ausbildung zum Automechaniker. Mit 14 Jahren arbeitete er bei dem Motorenhersteller Isotta-Fraschini, wo er unter anderem mit Alfieri Maserati zusammenarbeitete. Mit 19 Jahren entwickelte und baute er bereits aus Isotta-Fraschini-Teilen sein erstes Auto. 1925 spezialisierte sich Gordini, inzwischen nach Frankreich ausgewandert, in seiner Werkstatt in Suresnes auf Wartung und Tuning von Fiat-Automobilen. In dieser Zeit erwarb er seinen Spitznamen "Der Hexer", da er mit seinen Fähigkeiten den unterschiedlichsten Triebwerken ungeahnte Mehrleistungen verlieh. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Gordini mit der Konstruktion kompletter Rennwagen, in dessen Folge er von 1952 bis 1956 an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnahm. Anschließend erhielt er von Renault den Auftrag, auf Basis der Dauphine ein Rallye-Auto zu entwickeln. 1969 gliederte Renault die Firma Gordini in das Unternehmen ein. In dieser Zeit entstanden der Renault 8 Gordini und der Renault 12 Gordini. Außerdem war Amédée Gordini in leitender Positionen für die Motorsport-Aktivitäten von Renault tätig. Am 25. Mai 1979 starb Amédée Gordini.
 
Amédée Gordini

Weitere Informationen: Amédée Gordini 'Le Sorcier'
Classic Days Schloß Dyk 02.-04.08.2013
Goodwood liegt in Deutschland – Oldtimer Fest der Superlative

Nur selten waren wir bei einer Veranstaltung präsent, bei welcher mit so viel Hingabe und Liebe zum Detail organisiert und präsentiert wurde.
Für uns überraschend und bemerkenswert zugleich, erhielt erstmalig eine Alpine A110 einen Startplatz in der Kategorie „Racing Legends“ im auserlesenen Starterfeld. Wir werten dies als ein eindeutiges Indiz dafür, dass der auf hochkarätigen Veranstaltungen seither oft vernächlässigten Berlinette, nun mehr und mehr Aufmerksamkeit zuteil wird.

Obwohl die fahrerische Komponente als Teilnehmer etwas zu kurz kommt, war die Veranstaltung eine einzige Aneinanderreihung von Höhepunkten. Ob als Zuschauer oder Teilnehmer - ob beim „Concours d’Elegance“, bei den “Jewels in the Park”, oder bei den „Racing Legends“ - bei besten Wetterbedingungen gab es auf dem rießigen Areal des Schloß Dyk nur Hochkarätiges zu sehen.


 
Schauspieler Ralf Richter zeigte sich von unserer Werksalpine total begeistert und fühlte sich in seine Jugend zurück versetzt. Mitte der 70er Jahre war er selbst Besitzer einer 1300er Berlinette.