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TAGE DES DONNERS

Die Alpine A210 kehrt zurück auf die Nordschleife



Ein Blick zurück:

Im Jahr 1967 donnerte die Alpine A210 mit der Chassis No. #1725 auf den Nürburgring zum legendären

500-km-Rennen – mit der Startnummer 1 und Henri Grandsire am Steuer.

Doch das Schicksal war unerbittlich, ein Motorschaden beendete den Traum vorzeitig.

 

Aber der Alpine - Kampfgeist gibt niemals auf. 1968 kehrte Grandsire mit dem Wagen zurück, diesmal mit der Startnummer 8. Der blaue Alpine - Prototyp tanzte durch die Eifel und erreichte einen beeindruckenden 4. Platz im Gesamtklassement. Ein stolzer Moment für das Rennteam aus Dieppe.

 

Nun, 58 Jahre später, schließt sich der Kreis.

Vom 19. bis 21. September 2025, während der „Tage des Donners“ am Nürburgring, wird genau diese Alpine A210 #1725 erneut die Grüne Hölle herausfordern.

 

Am Steuer diesmal: Jürgen Clauss – und er könnte nicht begeisterter sein:


„Dieses Auto dort zu fahren, wo es Geschichte geschrieben hat, ist ein wahr gewordener Traum.

Ich kann es kaum erwarten, mit der A210 erneut über den Nürburgring zu jagen!“


Der Klang ihres heulenden Vierzylinders wird wieder durch die Eifelhügel hallen. Vergangenheit trifft auf Gegenwart – und der Geist von Henri Grandsire fährt mit.



Die Rückkehr der blauen Pfeile – Alpine A210 & A220 auf der Nordschleife

 

Am Samstag, den 20. September 2025 wird die Nordschleife zur Bühne für eine der seltensten Konstellationen der Alpine-Geschichte: unsere A210 und eine A220 stehen gemeinsam am Start. Zwei reinrassige Langstrecken-Prototypen, geboren in den 1960er-Jahren, kehren zurück auf eine der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt – genau dorthin, wo sie hingehören.

 

Die A210, leicht, windschnittig und gebaut für Effizienz, trug Alpines Blau nach Le Mans und in die Herzen einer ganzen Generation. Die A220, kraftvoller und radikaler, markierte den mutigen Schritt in Richtung Gesamtsieg. Gemeinsam erzählen sie die Geschichte von Jean Rédéles Vision, mit Intelligenz und Ingenieurskunst die großen Namen des Motorsports herauszufordern und zu schlagen.

 

Wenn beide Prototypen an diesem Septembertag die Nordschleife in Angriff nehmen, ist das mehr als ein Lauf historischer Rennwagen. Es ist ein Moment, der zeigt, was Alpine immer ausgezeichnet hat:

Leichtigkeit, Präzision, Leidenschaft  und der unerschütterliche Wille, neue Wege zu gehen.



 

Alpine A220 warm up

Freitag – Ankunft in der Grünen Hölle

 

In aller Herrgottsfrühe brach ich auf - die Alpine A210 #1725 im Schlepptau, auf dem Weg dorthin, wo sie vor 58 Jahren schon Geschichte schrieb: der Nürburgring.

Die Straßen waren leer, die Luft klar und kühl und mit jedem Kilometer Richtung Norden wuchs die Vorfreude.

 

Im historischen Fahrerlager bezogen wir unsere Box. Der Geruch von Benzin und Motorenöl lag bereits in der Luft und ringsum standen die Giganten der Epoche bereit. Big Banger aus der CanAm-Serie, brutale Mittelmotor - Monster mit unfassbarer Leistung und daneben die ikonischen Porsche-Prototypen: 908, 910, 917.

Ein rollendes Geschichtsbuch, jedes Auto mit seiner eigenen Legende.

 

Und dann wir. Die kleine, zierliche A210. Schlank, fast zerbrechlich im Vergleich zu den muskelbepackten Boliden.

Aber genau darin liegt ihr Zauber. Sie ist nicht laut, nicht auf brutale Gewalt getrimmt. Ihre Stärke liegt in Eleganz, Leichtigkeit, Intelligenz. Wer sie oberflächlich betrachtet, erkennt erst auf den zweiten Blick ihre wahre Bedeutung –

ein Werkstück aus Dieppe - geschaffen, um die Großen auszutricksen. Unrestauriert, mit ihren Narben und Kampfspuren aus den späten Sechzigern, die sie stolz trägt. Jeder Riss, jeder Kratzer erzählt eine Geschichte.

 

Am Nachmittag, direkt nach der Fahrerbesprechung, war es soweit - 30 Minuten freies Fahren auf dem Grand-Prix-Kurs. Mein erster echter Moment in Tuchfühlung mit diesem Auto. Wie würde sie sich anfühlen? Wie lenkt sie, wie bremst sie, hält alles stand?

Vorsichtig tastete ich mich heran. Kein Risiko, keine übermotivierten Heldentaten – nur Respekt vor ihrem Originalzustand und dem seltenen T58-Gordini-Motor. Die Bremse fühlte sich weich an, die Kupplung verlangte nach einer Justierung – aber der Motor… oh, der Motor – drehte willig, frei, bis 8.000 U/min und wollte noch lange nicht aufhören.

Runde um Runde wuchsen wir zusammen. Ich begann, ihr zu vertrauen und sie mir. Bald hatte ich mich auf ihre Eigenheiten eingestellt und dann war da nur noch pure Fahrfreude.


Zurück in der Box, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, war mir klar:

So filigran und elegant sie wirkt, sie ist ein kompromissloser Rennwagen. Ein echter!





Samstag – Die Rückkehr auf die Nordschleife

„We can be Heroes, just for one Day“

 

Samstagmorgen, 9:30 Uhr. Das Wetter konnte nicht perfekter sein – sonnig, trocken, klare Eifelluft. Ein Tag, wie gemacht für Geschichte. Im historischen Fahrerlager lag der Benzingeruch schwer in der Luft. Die Boliden standen bereits vor den Boxen, Mechaniker beugten sich über die Motoren und überall dröhnte und brüllte es.

Direkt neben uns erwachte die Alpine A220 von Jürgen Boden zum Leben – ein ohrenbetäubender Klang, der den Boden erzittern ließ. Wenige Meter weiter stimmten ein Porsche 908 und ein 917 ihre Motoren mit sanften Gasstößen auf Temperatur ein. Was für eine Symphonie! Das Fahrerlager füllte sich mit Fans, Enthusiasten und Schaulustigen, die mit glänzenden Augen diese einmalige Versammlung von Rennlegenden bestaunten.

 

Dann war es Zeit, sich bereit zu machen. Rennanzug, Schuhe, Helm – alles musste sitzen, bevor die Trillerpfeife der Marshalls ertönte. Kurz vor zehn dröhnten die Motoren, der Puls stieg schneller als die Drehzahlen und aufgereiht wie an einer Perlenschnur verließen wir das Fahrerlager in Richtung Boxengasse des Grand-Prix-Kurses.

Kein Zögern, kein Warten – fliegender Start auf der verkürzten GP-Runde, dann hinein in die Nordschleife.

Die Grüne Hölle.

Wir hatten uns im Mittelfeld eingereiht, folgten dem Vorausfahrzeug. Schon auf den ersten Kilometern wurde klar:

Dies ist kein Schaulaufen. Es ist eine Zeitmaschine. Die A210 fühlte sich lebendig, wach, präzise an.

Jede Kurve, jede Bodenwelle sprach zu mir - ich lies ihr freien Lauf.

Schwedenkreuz, Fuchsröhre, Adenauer Forst – der Ring flog vorbei und ich spürte, wie sehr dieses Auto hier zu Hause ist. Runde um Runde wuchs das Vertrauen, die Bremspunkte wurden klarer, die Linien flüssiger.

Dies war kein Demonstrationslauf mehr. Es war Erlösung, Feier, Wiederauferstehung – alles auf einmal.

Und als wir die Döttinger Höhe bei voller Fahrt überquerten, trifft es dich mit voller Wucht:

 

„…hinter dem Steuer dieses Wagens fühlst du dich, wie der Held in deinem eigenen Film.“

 

Als wir nach der letzten Runde wieder in die Boxengasse einbogen, war es plötzlich stiller in meinem Kopf.

Die Sonne stand über der Eifel, der Motor tickte leise beim Abkühlen und ich wusste, heute hat sich der Kreis geschlossen.

Die A210 ist zurück. Und für einen Moment stand die Zeit still – Vergangenheit und Gegenwart verschmolzen.





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