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A110 1300S "Rallye Vltava 1968"

Aktualisiert: 21. Sept. 2023

FACTORY CAR "USINE"


 

HISTORY

 

RALLYE EUROPAMEISTERSCHAFT 1968 RALLYE VLTAVA

05.-07.JULI 1968

 


RALLYE DEBÜT


Alpine Renault beteiligte sich 1968 im Rahmen der Rallye Europameisterschaft an diversen Meisterschaftsläufen. Die Rallye Monte Carlo, die Rallye San Remo und die Rallye Wiesbaden waren absolviert und die Werkspiloten Vinatier, Piot, Larousse und Co. konnten top ten Resultate einfahren – ein Sieg jedoch stand noch aus. Die vom 05.-07.Juli 1968 ausgetragene Rallye Vltava (CS) wurde vom Werk mit 2 Berlinetten vom Typ A110 1300S beschickt. Die 4712GE76 erhielt die Start Nr. 8 und war besetzt mit dem Team Jean Vinatier / Marcel Callewaert – beide stehen neben ihrem Fahrzeug.


Die Rallye Vltava (CSSR) brachte den ersten Saisonerfolg in Rahmen der Rallye Europameisterschaft 1968. Das Team J. Vinatier / M. Callewaert führte die 1300S mit dem Kennzeichen 4712GE76 bei Ihrem Rallye Debüt auf den ersten Gesamtrang.



Fotos © Le Tahitien


Fotos © M. Callewaert

„Die blauen Reiter“ - Jean Vinatier, Jean-François Piot , Marcel Callewaert & Jean Todt im Gespräch.


 

ALPINE IM ALPENLAND

 

WIENER G`SCHICHTEN

Der Wiener Walter Roser (1932-1998), seines Zeichens österreichischer Staatsmeister 1968 auf Renault 8 Gordini, übernahm Mitte 1968 die 4712GE76 und erhielt einen Vertrag als Semi-Werksfahrer von Alpine Renault.

Nicht zuletzt aufgrund seiner Profession als Parfümvertreter war er sehr oft in Frankreich zugange und unterhielt mitunter sehr gute Kontakte zum Alpine Werk in Dieppe. Alain Ducharne war zur damaligen Zeit bei Alpine die verantwortliche Person, wenn es um den Verkauf von Fahrzeuge in die Ostblockländer ging. Ducharne vermittelte Roser die Ex-Alpine von Vinatier und schon in 1968 sollte er den einen oder anderen Erfolg mit dieser Berlinette einfahren.


Foto @ TMW

 

3-2-1-go!

Von 1967 – 1971 war Roser Mitglied im „BOSCH RACING TEAM VIENNA“. Seine Rallye Erfahrungen hielt er in dem von ihm geschriebenen Büchlein …3-2-1-go! fest.



 

V. INT. RALLYE DER 1000 MINUTEN 1968

18.10.-20.10.1968

 


 

1000 MINUTEN

Die erste Rallye mit Sonderprüfungen führte als „1. Internationale Grenz-Rallye der 1000 Minuten“ über 900 km durch Niederösterreich. Da die Soll-Fahrzeit 998 Minuten ergeben hatte, entstand der Name „1000 Minuten".

Roser / Loibnegger führten deutlich in der Gesamtwertung, bevor sie aufgrund eines Navigationsfehlers die Straße verlassen mussten. Eine gebrochene Windschutzscheibe warf sie auf

den 3. Gesamtrang zurück, der Sieg in der Klassenwertung bis 1300ccm blieb ihnen erhalten.






Foto @ TMW

 

CIRCUIT DEL MUGELLO 1969

 

TRACKDAY

Zur Präperation Ihres 1296ccm Gordini Antriebsaggregats, wandte sich Roser an CONRERO in Italien. Das Foto zeigt seine Berlinette in einer Pause anlässlich Testfahrten auf dem „Circuit del Mugello“.


Foto © Carlo Alberto Gabellieri


 

3 STÄDTE RALLYE MÜNCHEN - WIEN - BUDAPEST 1969

03.-05. OKTOBER 1969

 


TEAM ÖSTERREICH

Leopold Mayer sowie Walter Roser am Volant, nahmen die 3-Städte Rallye 1969 gegen illustre Konkurrenz in Angriff. Die Equipe Tricolore schickte die Teams Thérier / Callewaert sowie Vinatier / Roure ins Rennen – beide ebenfalls auf A110 1300S.

Roser ändert das französische Kennzeichen der 4712GE76 aus unerfindlichen Gründen in 2575AL92.


Während Roser mit seiner 1300er Berlinette schnell unterwegs war, zerlegt Thérier als Gesamtführender seine 1300er auf der 12km langen Sonderprüfung Vérteskozma in Ungarn und muss die Rallye aufgeben. Auf drei Sonderprüfungen lässt Roser den großen Jean Vinatier hinter sich und erlangte so den Status des „schnellsten Privatfahrer Europas“.






@ TMW


© Rolf Schmidt

QUEL MALHEUR

Schlamperei brachte den Sieg für Roser/Mayer. Vinatier/Ruore stempelten am Ende einer Sonderprüfung zu früh und erhielten 2 Minuten Strafzeit. Roser/Mayer kassierten lediglich eine Minute. Trotz Protest der Equipe Tricolore - der Gesamtsieg ging ins Alpenland.






SHOW-TIME

Nach dem Sieg bei der Drei-Städte Rallye München-Wien-Budapest 1969, fand die 1300S von Roser ihren Platz auf dem Stand von Renault, und war der Star auf selbiger, mir unbekannten Automobilmesse.

 

VI. INT. RALLYE DER 1000 MINUTEN 1969

17.10.-19.10.1969

 


Anspruchsvollste Rallye Österreichs

Die Rallye der 1000 Minuten war in den Sechziger- und Siebzigerjahren eine der schnellsten und anspruchsvollsten Rallyes und zählte zu den Europameisterschaftsläufen.


KING OF COOL

Walter Roser, seines Zeichens Parfümvertreter von Beruf, zeigt sich im Parc Fermè im feinen Zwirn mit "Fluppe"und Sonnenbrille, um seine Berlinette zu inspizieren. Die ehemalige 4712GRE76 ist nun mit dem neuen, nach wie vor französischen Kennzeichen 2575AL92 unterwegs










© TMW


 

VII. INT. RALLYE DER 1000 MINUTEN 1970

16.–18. OKTOBER 1970

 

FAHRERTAUSCH

Nachstehende Fotos zeigen Georg Koltay während der internationalen Rallye der 1000 Minuten 1970. Weitere zwei professionelle österreichische Rallyepiloten sollten später mehr oder minder erfolgreich in das Volant der ehemaligen 4712GE76 greifen, bevor diese dann in Privatbesitz diverser Hobbypiloten gelangte.



© TMW

 

PRIVATFAHRER

Nachdem Walter Roser nach vielen Erfolgen in der Saison 1968/69 die 4712GE76 gegen eine leistungsstärkere 1600S tauschte, gelangte die 1300S in die Hände des Österreichers Josef Barbach. Auch er bewegte diese Berlinette sehr erfolgreich, vornehmlich auf Rallyepisten im Alpenland. Stolz posiert er hier mit einer errungenen Tropähe vor einem Bild seines ehemaligen Rallyefahrzeuges.


Josef Barbach! Ex-1300S Pilot.

 

SEARCH AND RESCUE

 

GEDULDSPIEL

AUGUST 2005


Nur noch ein Bild des Jammers bot die ehemalige Werksalpine, nachdem sie in Wien zum öffentlichen Straßenverkehr zugelassen, schwer verunfallt war. Dies bedeutete das endgültige Aus für diese spezielle Berlinette und selbige sah nun einem ungewissen Schicksal im Alpenland entgegen. Recherchen ergaben, dass das schwer verunfallte Fahrzeug im Laufe vieler Jahre durch die Hände von mindestens einem halben Dutzend Liebhabern gereicht wurde, ohne dass sich einer der Wiederherstellung des Fahrzeuges angenommen hätte. Im August 2005 konnte ich das Wrack erwerben, nachdem ich dem Besitzer über viele Jahre im Zuge meines Sommerurlaubs in Österreich mehrfach einen Besuch abgestattet hatte. Über die Jahre hatten wir uns angefreundet und im Sommer 2005 erschien ich ihm würdig, die Ex-Alpine von Walter Roser wiederbeleben zu dürfen.




 

BLOOD SWEAT AND TEARS

 

LACKIERUNG

JANUAR 2008


SPRAY & PRAY

Die artegerechte Wiederherstellung einer Berlinette erfordert nicht nur handwerkliches Geschick und technisches Verständnis, sondern zudem Fachwissen über die Evolution der entsprechenden Fahrzeugmodelle. Insbesondere die Wettbewerbsfahrzeuge weisen signifikante Modifikationen im Vergleich zu einem Serienmodell auf, welche zumeist nicht in den einschlägig bekannten Handbüchern oder Literatur vermerkt, bzw. zu finden sind. Nahezu 3 Jahre, gespickt mit Höhen und Tiefen vergingen, bis das Fahrzeug in lackierfertigem Zustand war.

Endlose Stunden an Schleifarbeit machten allein die Karosseriearbeiten zur Geduldsprobe. Eine hochwertige und professionelle Lackierung ist Pflicht, würde doch eine günstige Hinterhoflackierung all die zeitintensive Vorarbeit ad absurdum führen. Trotz allen Vorarbeiten und Anstrengungen, bleibt die finale Lackierung ein Vorgang zwischen hoffen und bangen um ein herausragendes und erstklassiges Resultat.




 

REMONTAGE

APRIL 2010


DER TEUFEL STECKT IM DETAIL

Alle Anbauteile wurden bereits vor der Lackierung an das Fahrzeug angepasst, bevor diese nun endgültig ihren angestammten Platz einnehmen dürfen. Bohrungen wurden passgenau gesetzt, Spaltmaße optimiert, die Hauben und Türen passgenau eingesetzt.

Die Wiederherstellung von Spaltmaßen und Lichtkanten, das Einpassen von Türen und Hauben verschlingen unzählige Arbeitsstunden, machen jedoch am Ende den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer qualitativ hochwertigen Restauration.

Jedes einzelne Anbauteil wurde vor dem Wiedereinbau sorgfältig begutachtet, überarbeitet und zu neuem Glanz verholfen. Selbst die Magnete der Tankklappe stammen nicht aus einem hiesigen Baumarkt, sondern wurden von uns in Frankreich beim Original Hersteller wiederbeschafft.




 

TRIEBWERK


„LE SORCIER“ LEBT

Ein einbaufertiger GORDINI Rennmotor mit 1296ccm und ca. 135 PS ist ein Anblick, welcher das Herz eines jeden Kenners höher schlagen lässt.

Man beachte die spezielle Riemenscheibe an der Kurbelwelle, welche ursprünglich auch für den Antrieb der Lichtmaschine zuständig und bei den frühen Modellen am Chassis montiert war.

Eine Rennbirne ohne Schalldämpfer und eine handgeschweißte Ölwanne mit Kühlrippen waren

unübersehbare Attribute eines auf Leistung getrimmten Rennmotors aus der damaligen Epoche.

Der unvergleichliche Sound eines Gordini Motors ist Musik in den Ohren eines jeden Alpine Liebhabers.






 

BACK ON TRACK

 

LICHT & SCHATTEN

OKTOBER 2010


HERBSTZEITLOSE

Es ist die Zeit der fallenden Blätter, der bunten Wälder und der tief stehenden Sonne, welche betörendes Licht durch die Kaskaden der Bäume dringen lässt. Licht und Schatten wechseln im Bruchteil einer Sekunde und für die No. 8 kommt dieser Herbsttag ihrem zweiten Frühling gleich. Auferstanden wie Phoenix aus der Asche, erstrahlt sie nun wieder im Dekor des Siegerfahrzeuges der Rallye Vltava 1968 (CS), als ob sie nie dem Tode geweiht gewesen wäre. Anmutig schlicht, trägt sie stolz alle Rallye-Optionen, welche ihr das Werk in1968 zu Teil werden ließ. Sprechen wir über eine Alpine A110 1300S, wird übertriebene Schlichtheit zu Eleganz.




 

GET OUT AND DRIVE

 

FLAT OUT

OKTOBER 2010


LET`S DRIFT AGAIN

Neben dem klassischen Erscheinungsbild dieser A110 1300S, erlauben nun das geringe Leistungsgewicht, als auch der drehfreudige 1296ccm Gordini Motor Fahrleistungen und Fahrspaß auf höchstem Niveau.

Insider wissen es - das geringe Leistungsgewicht einer 1300S in Kombination mit einem präparierten Rennmotor garantieren zweifellos das höchste Fahrvergnügen unter allen A110 Modellen.



 

CAR IN DETAIL

 

DÉJÀ VU­

OKTOBER 2010


Was würde wohl Jean Vinatier heute sagen, beim Anblick seines ehemaligen Rallye Gefährtes?

Würde er sich an sie erinnern? An das Lenkrad zum Beispiel, in welches er einst beherzt griff, um sich mit seiner Berlinette in das Kurven Geschlängel nahe Pisek in Südböhmen (CSSR) zu werfen? An all die hübschen Details, welche seine ehemalige Weggefährtin heute dem Betrachter offeriert?

Eher unwahrscheinlich, war sie doch damals lediglich sein Arbeitsgerät und nur einem Zweck unterworfen, Rallyes zu gewinnen. Die Muse zur Betrachtung all ihrer Reize bleibt nun dem Liebhaber der Neuzeit vorbehalten, muss sie nun doch nicht mehr ihre Fähigkeiten auf den materialmordenden Rallyepisten Europas unter Beweis stellen.


 

FOREVER

FEBRUAR 2018


MOMENT INVITATIONAL FILM FESTIVAL


Es hörte sich etwas verrückt an, doch wir haben es getan.

Einen ganzen Film, nur mit dem I-Phone produziert.

Filmemacher und kreativer Kopf DAVID ZU ELFE & Friends hatte natürlich schon eine Vision

und von Idee bis zur Ausführung vergingen nur wenige Tage.

Die Zeit drängte, wollten wir noch die Deadline für das Moment Invitational Filmfestival schaffen.

Unter widrigsten Wetterbedingungen, bei Kälte, Eisregen und Schnee kam dieses Filmchen mit dem Titel "FOREVER" zustande. Die Wähler fanden Gefallen an FOREVER und unser Einsatz wurde belohnt.


...and the winner was:


// a film by DAVID ZU ELFE (https://instagram.com/davidzuelfe/)

// recording, sound design & score by PHILIPP STEPHAN(https://instagram.com/deafbirdsound/)

// voiced by RICK WHELAN (https://www.fiverr.com/heresricky)

// poem by PAUL LAWRENCE DUNBAR (1872 - 1906)

// car provided by JUERGEN CLAUSS / ALPINELAB.DE







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